Das ist ein sehr ernstes Szenario, da LKWs und Busse das Rückgrat unserer modernen Versorgungsketten und Mobilität bilden. Ein flächendeckender Ausfall hätte kaskadenartige Auswirkungen, die sich innerhalb weniger Tage drastisch verschärfen würden.
Tag 1-2: Die ersten Anzeichen
- Tankstellen: Die ersten Tankstellen melden "Leergelaufen", da sie täglich beliefert werden müssen. Panikkäufe (Hamsterkäufe) verschärfen die Situation sofort.
- Supermärkte: Frischwaren wie Obst, Gemüse und Fleisch werden knapp. Regale leeren sich schnell durch Panikkäufe. Just-in-Time-Lieferungen (Lieferung genau zum Bedarfszeitpunkt) brechen zusammen.
- Öffentlicher Verkehr: Der Busverkehr kommt zum Erliegen. Pendler stranden, Schüler kommen nicht zur Schule, der Individualverkehr nimmt kurzzeitig zu, bis der Treibstoff ausgeht.
- Post/Pakete: Die Zustellung von Paketen stoppt fast vollständig.
Tag 3-5: Kritische Engpässe
- Lebensmittel: In den Supermärkten gibt es kaum noch Waren. Konserven und haltbare Lebensmittel sind ausverkauft.
- Müllentsorgung: Müllabfuhr (LKW) findet nicht mehr statt. Abfallberge beginnen sich in den Städten zu türmen, was langfristig Seuchenrisiken birgt.
- Industrie: Produktionsbänder stehen still, da Rohstoffe fehlen und Lager voll sind (Waren können nicht abtransportiert werden). Kurzarbeit oder Entlassungen drohen sofort.
- Medizinische Versorgung (Apotheken): Apotheken werden mehrmals täglich beliefert. Medikamente, die nicht vorrätig sind, können nicht bestellt werden. Wichtige Medikamente (Insulin, Herzmedikamente) werden knapp.
Tag 6-10: Zusammenbruch der Grundversorgung
- Krankenhäuser: Kliniken geraten in Not. Wäscheservices (externe Dienstleister), Catering und die Lieferung von medizinischem Sauerstoff und sterilen Instrumenten fallen aus. Operationen müssen abgesagt werden.
- Landwirtschaft: Tiere in Mastbetrieben können weder gefüttert (Futtermittel werden per LKW geliefert) noch zum Schlachthof transportiert werden. Dies führt zu Tierleid und Seuchengefahr.
- Treibstoffmangel: Der private PKW-Verkehr kommt fast völlig zum Erliegen. Auch Einsatzkräfte (Polizei, Feuerwehr) müssen Treibstoff rationieren.
Woche 2: Öffentliche Ordnung und Sicherheit
- Öffentliche Versorgung: Kraftwerke könnten Probleme bekommen, wenn sie auf Brennstofflieferungen (Kohle, Öl, Biomasse) per LKW angewiesen sind. Wartungsteams für Strom- und Wassernetze sind nicht mehr mobil.
- Finanzsystem: Bargeldversorgung bricht zusammen, da Geldtransporter (LKW) nicht fahren. Geldautomaten sind leer.
- Soziale Unruhen: Hunger und Mangelversorgung führen zu Plünderungen von noch verbliebenen Vorräten und Lagern. Die Kriminalitätsrate steigt drastisch an.
Ab Woche 3-4: Eskalation bis zum Bürgerkriegs-Szenario
- Staatsgewalt: Die Polizei und das Militär sind nur noch eingeschränkt handlungsfähig, da auch deren Logistik auf LKW basiert. Die Kontrolle über ländliche Gebiete oder Stadtteile könnte verloren gehen.
- Schwarzmarkt: Ein brutaler Schwarzmarkt für Lebensmittel, Medikamente und Treibstoff entsteht. Tauschhandel ersetzt die Währung.
- Gewalt: Da der Staat das Gewaltmonopol nicht mehr effektiv durchsetzen kann, bilden sich Bürgerwehren oder bewaffnete Banden, um Ressourcen zu sichern oder zu rauben.
- Zusammenbruch der Zivilisation: In diesem Stadium herrscht das "Recht des Stärkeren". Die moderne Gesellschaftsstruktur löst sich auf, was faktisch bürgerkriegsähnliche Zustände bedeutet.
Fazit:
Unsere Gesellschaft ist extrem abhängig von einer funktionierenden Logistik ("Just-in-Time"). Schon ein Ausfall von wenigen Tagen verursacht massive wirtschaftliche Schäden; ein Ausfall von mehr als zwei Wochen bedroht die öffentliche Ordnung und das Überleben vieler Menschen existenziell.
Leben ohne LKW
ein Video der Vorarlberger Transporteure